Hoch zu Ross auf den Spuren des Patrons der Pferde „St. Leonhard“

Für die Gemeinde Apfeltrach setzt der Leonhardiritt nach Allerheiligen und Allerseelen einen festlichen Schlusspunkt hinter das Bauernjahr. Hier eine ein Beitrag aus 2014. Viel Spaß!
55 Rösser und mit grossen und kleinen sattelfesten Reitern, zwei festlich geschmückte Wagen und sechs Gespanne boten ein prächtiges Schauspiel – sie pflegten somit auch in diesem Jahr den guten Draht zu St. Leonhard, dem „Schutzpatron der Landwirte“. Viel Prunk war aufgeboten, um dem Heiligen zu seinem Namenstag Referenz zu erweisen. Die vielen Zaungäste am Straßenrand, musikalisch unterhalten von der Kapelle Apfeltrach und jungen Musikanten aus Dirlewang, sahen bei herbstlichem Bilderbuchwetter prächtig herausgeputzte Gespanne und Pferde, wie auch einen festlich geschmückten Erntewagen. Neben den stolzen Reitern winkten ihnen auch kleine und große Trachtler zu.
Ein echter „Hingucker“ im Zug war ein mit Grün und Blumen dekorierter Wagen mit dem Modell der Waldkapelle und dem Bild der Gottesmutter. 220 Hufe klapperten einen wilden Rhythmus auf die Dorfstraßen, während die Gläubigen still den Heiligen Leonhard um seinen Beistand anflehten. Zweimal zuckelte der Tross mit Rössern, Ponys, Hühnern und Wagen um den Ort und legte nur kurz vor der Leonhardskirche einen Stop ein. Dort segnete Pater Geesan Ponthempilly Rösser und Reiter mit dem Reliquiar des Heiligen. Der frühere Mindelheimer Stadtpfarrer Wolfgang Schneck und Diakon Bernd Rochna besprengten Zwei- und Vierbeiner mit Weihrauch und Weihwasser und baten um den Segen Gottes für Mensch und Tier. Fürbitten an den Schutzpatron schickten die Apfeltracher schon am frühen Morgen während eines feierlichen Gottesdienstes zum Himmel. Stadtpfarrer Wolfgang Schneck aus Dillingen hielt die Festpredigt. Nachdem die Rösser mit einem Zuckerl für ihren großen Auftritt belohnt und versorgt waren, feierte die Dorfgemeinschaft rund um das Anwesen Briechle am südlichen Ortsausgang mit vielen Freunden und Bekannten aus nah und fern den Namenstag von St. Leonhard. Bei Kaffee und Kuchen und deftigen Brotzeiten blieb es nicht aus, dass alte Erinnerungen ausgetauscht und viele Geschichten erzählt wurden, die sich im Allgäu um die Person des einstigen „Heiligen der Gefangenen“ ranken. Glaubt man der Überlieferung, so blieben einer Bäuerin, die an seinem Namenstag Brot backen wollte, die Hände im Teig stecken.

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