Der „Lightning Benz“ war doppelt so schnell wie ein Flugzeug der damaligen Zeit.
Der Autobahnkurier von 1938 mit seiner Stromlinienkarosserie, nur zweimal gebaut, wurde zum Inbegriff der Modernität auf Rädern und Symbol für das Überwinden weiter Distanzen bei hohem Tempo und größtem Komfort.
Der Flügeltürer kam 1952 als „rohes“ Rennfahrzeug auf die Piste. Daraus wurde zwei Jahre später der elegante 300 SL, der sowohl bei Rennen und Rallyes als auch auf dem Boulevard weltweit erfolgreich war. Die Gestaltung mit den Flügeltüren leitete sich von technisch-konstruktiver Notwendigkeit ab, nicht von bloßer Formphantasie.
Mit dem Rennwagen W 196 R von 1954 – einem der legendären Silberpfeile – dominierte Mercedes-Benz zwei Jahre lang das internationale Grand-Prix-Geschehen. Die Leichtmetallkarosserie besitzt hohe skulpturale Präsenz, auch wenn die Form dieser Außenhaut auf Anforderungen der Ingenieure basiert.
Der C 111-III von 1978 wurde als Pfeil auf Rädern gestaltet, in jeder Nuance erfolg-reich auf Rekordjagd getrimmt, und das – in Reaktion auf die Ölkrise – mit Diesel-aggregat.
Der Mercedes-Benz Bionic Car von 2005, für den der tropische Kofferfisch Vorbild war, gab aktuellen Vorstellungen von einem aerodynamischen, sicheren, komfortablen und umweltverträglichen Automobil Gestalt.
So auch der als Tape gezeigte CLS von 2004, der die bis dahin unübliche Kategorie des viertürigen Coupés besetzte.
Neben den Automobilen rückt die Entwurfsarbeit mit Zeichnungen, Tapes und Modellen in den Mittelpunkt – Fahrzeuge als Resultat gestalterischer Prozesse. Das Beispiel Kühlergrill zeigt historische Entwicklungen an jenem Element auf, dessen Gestaltung das „Gesicht“ eines Automobils in besonderem Maße prägt.
Die Ausstellung bietet eine wohl singuläre Auswahl – Fahrzeuge, die sonst rund um den Globus weitgehend in Privatsammlungen verstreut sind – und einen konzentrierten Blick auf die Formengeschichte des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts.
Eine Ausstellung der Neuen Sammlung – Staatliches Museum für angewandte Kunst | Design in der Pinakothek der Moderne – in Kooperation mit der Daimler AG.
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