Natango Fietkau - Crashist, Geldphilosoph und Krieger
Jahrgang 1953, geboren in Lüneburg
Studium der Philosophie und Politologie in Berlin
Selbstständiger Unternehmer
Seit mehreren Jahren als Künstler in Leipzig
Gründer der Künstlergruppe die Crashisten
Natango Fietkaus Bilder bereiten den Betrachter auf einen wirtschaftlichen Zusammenbruch vor, als Folge der enormen Staatsverschuldung. Sie zeigen die Zusammenhänge von Inflation, Geldmengenausweitung und dem Kampf ums Öl.
Die Bilder sollen, aus der Vergangenheit kommend, sich aus der Gegenwart lösen und die nahe Zukunft zeigen. Man erfährt das Unvorstellbare und Unaussprechliche, wie den Zusammenbruch der Staatsfinanzen, wirtschaftliche Not, Hunger und Krieg.
Ausgestelltes Bild:
Die Verführung durch die Hohe Priesterin
(Die Schamlippen des Imperiums)
Öl auf Leinwand, Natango Fietkau, Leipzig 2008
Bildbeschreibung:
Eine schlanke Gestalt mit vollen Brüsten und rasierter Scham erzeugt eine erotische Atmosphäre.
An der Wand auf der linken Seite des Bildes zitiert der Maler ein eigenes Bild: das Hotel „De Bilderberg“ aus Oosterbeck (Niederlande).
Auf der rückwärtigen Wand hinter der Nackten findet sich eine raumgreifende schematische Darstellung, deren Bedeutung sich in der Formensprache des Malers erschließt, als die schematische Darstellung der Neuen Weltordnung nach den Vorstellungen der Gruppe der Bilderberger.
Zu was möchte die Dargestellte verleiten? Zum Beischlaf im Sessel der sich als einzige Weltmacht verstehenden Nation? Oder zu seiner freiwilligen Unterordnung in die neue Weltordnung?
Der Betrachter erhält keine Antwort darauf, wozu er verführt werden soll, allerdings schon, von wem:
Von Condoleezza Rice, US-Außenministerin in der Ära George W. Bush.
Frank Hauptvogel, Meisterschüler von Prof. Arno Rink
Jahrgang 1959, geboren in Lutherstadt Eisleben
Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig
Meisterschülerstudium bei Prof. Arno Rink
Maler und Grafiker in Leipzig
Dozent an der Hochschule der Bildenden Künste
Beschreibung der Bildsprache:
Die Bilder eröffnen einen gedanklichen und emotionalen Dialog zwischen Betrachter und Künstler.
Konkretes wird durch die Veränderung von dessen Form und Farbe zur Mitteilung. Der Betrachter sucht nach den Gefühlen des Künstlers und befragt dabei seine eigene Welt.
Die Sujets formen sich aus Träumen und Gefühlen. Die Art der Darstellung entsteht aus dem Drang, innere Zustände erkennbar, fühlbar und erlebbar zu machen. So setzt sich der Künstler in seinen Bildern immer wieder selbst als Akteur ein und schafft damit eine kritische Distanz, die ihm die Beobachtung verschlüsselter, zwischenmenschlicher Situationen ermöglicht. Genau wie der Betrachter ist er dabei Suchender und Fragender.
Oft entstehen die Bilder in kurzer Zeit, weil die Entstehung an eine temporäre Empfindung gebunden ist. Der Inhalt ist emotional bedingt. Wenn sich das Gefühl während der Arbeit an einem Bild ändern würde, wäre eine Einheit der Mittel, Komposition, Form, Farbe nicht mehr möglich. Mit der Konzentration auf einen einzigen Moment des Erlebens, des Empfindens, erreicht der Künstler einen unmittelbaren und nachhaltigen Eindruck. Das Fühlen soll konkret werden, keine Beliebigkeit haben. Gefühle sollen übertragbar sein und im Betrachter wirken.
Die Menschen in den Bildern bleiben in ihren Handlungen verhalten, sind manchmal verschlossen, erscheinen wie in einem Traum. Durch die Andeutung einer Geste stellen sich Beziehungen her, wie der Beginn eines Dialoges. Ein verdichteter Duktus und Konturenschärfe verleihen den Figuren eine hohe Oberflächenspannung gegenüber einer metamorphen, in heftigen Strukturen gemalten Landschaft.
Wie auf einer Fotografie stehen die Darsteller im Blitzlicht, ein fremdes Licht, welches nicht mit dem Licht der Umgebung übereinstimmt.
Die Landschaften bilden sich aus Steppen, Felsen, Tälern und Wiesen, sind manchmal unendlich, grenzen an dichte Wolkenbänke. Der Blick in die Ferne wird durch die Figuren gestört. Hintergründe bleiben unkonkret, sind sphärisch, Struktur und Farbe setzen sie in Bewegung. In anderen Bildern wieder sind die Hintergründe ruhig, unbewegt, schließen die Figuren in sich ein. Nur selten deuten Elemente auf menschliche Zivilisation hin, alles wirkt ursprünglich, unbeeinflusst. Alles Reale verschiebt sich scheinbar in den Bereich der mythischen Vorzeit.
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