Am Nachmittag begrüßte die Stadt Leipzig Dr. Frank-Walter Steinmeier, den Bundesminister des Auswärtigen und Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland, in der Nikolaikirche zur Rede zur Demokratie. In seiner Ansprache würdigte er Leipzig als einen Ort des Neubeginns und der Weichenstellungen, dem ein Ehrenplatz in der deutschen Freiheitsgeschichte gebühre. Die jährliche Rede zur Demokratie am 9. Oktober in der Nikolaikirche sei ein Stück lebendiger Erinnerungskultur. „Aber 20 Jahre nach den Leipziger Demonstrationen stellt sich die Frage, ob diese Stadt nicht einen Ort bleibender Erinnerung braucht. Ich würde es begrüßen.“
Steinmeier rief die Menschen dazu auf, sich angesichts der aktuellen Krise an die gelungenen Momente deutscher Freiheitsgeschichte zu erinnern. „Was wir gerade erleben, rüttelt an den Grundfesten unserer Gesellschaft. In Teilen unseres Wirtschaftssystems hat sich offensichtlich ein rein wirtschaftliches Verständnis von Freiheit durchgesetzt.“ Er forderte dazu auf, das europäische Gesellschaftsmodell wieder zukunftsfest zu machen, indem Freiheit als ethisch gebundene Freiheit verstanden wird. Es gebe nicht nur eine Freiheit von, sondern auch eine Freiheit zu etwas.
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