"Seine Kraft bezieht Papst Benedikt XVI., wie es sich für seinen Berufsstand gehört, seit jeher von ganz oben. Nun zapft er neben dem geistlichen Bedarf auch für ganz irdische Zwecke an. Mit Sonnenkraft produziert der Pontifex seit gestern im Vatikan seinen eigenen Strom.
2394 Solarmodule wurden auf dem Dach der päpstilchen Audienzhalle installiert." schrieb die FTD am 27.11. 2008
Die SolarWorld AG hat für den Vatikan die erste Solarstromanlage direkt am
Petersdom fertig gestellt. 2.394 Solarmodule produzieren auf dem Dach der
päpstlichen Audienzhalle ab heute Strom. 'Mit der Solaranlage soll ein weithin
sichtbares Signal für eine klimafreundliche Energieversorgung und für die
Bewahrung der Schöpfung gesetzt werden', erklärt Dipl.-Ing. Frank H.
Asbeck, Vorstandsvorsitzender der SolarWorld AG.
Das Solarkraftwerk auf dem Dach der Audienzhalle Paolo VI. hat eine
Gesamtspitzenleistung von 221,59 Kilowatt, womit pro Jahr etwa 300 Tausend
Kilowattstunden Strom erzeugt werden können. Das entspricht dem
Jahresstrombedarf von über 100 Haushalten. Mit der sauberen Stromproduktion
sollen pro Jahr 225 Tausend Kilogramm Kohlendioxid vermieden werden. Die
ästhetisch anspruchsvolle Anlage wurde mit hohem technischem und
architektonischem Aufwand in das historische Ensemble der Vatikanstadt
eingepasst. Sie ist eine Schenkung der SolarWorld AG. Die Module wurden im
sächsischen Freiberg gefertigt. Die Wechselrichter wurden von SMA Solar
Technology gestiftet, der Netzanschluss durch die italienische Firma Tecno
Spot geplant.
Seit Übernahme des Pontifikats setzt sich Papst Benedikt XVI für Belange
des Umwelt- und Ressourcenschutzes ein und verweist auf 'die dringende
Notwendigkeit, alternative Energiequellen zu entdecken, die sicher und
allen zugänglich sind.' Dieses Engagement will die SolarWorld AG mit der
symbolträchtigen Solaranlage im Kirchenstaat unterstützen. Frank H. Asbeck:
'Unser Engagement für die internationale Verbreitung der
Solarstromtechnologie gilt dem gleichen Ziel.'
Die erste Idee zur Errichtung der Solaranlage im Vatikan entstand bereits
2002. Der damalige Papst Johannes Paul II hatte Asbeck, der ihm im Rahmen
einer Generalaudienz eine Solarzelle übergeben hatte, ermutigt, in seinem
Engagement für eine weltweite solare Energieversorgung fortzufahren. Der
konkrete Kontakt zur Umsetzung des Projektes im Vatikan kam über die
katholische Gemeinde im Bad Godesberger Rheinviertel zustande, in der in
bemerkenswerter Weise gemeinschaftliches Engagement und karitative Arbeit
gefördert werden.
Die SolarWorld AG plant, Hilfsprojekte in den ärmsten Ländern der Welt in
mindestens gleicher Größenordnung wie die Solaranlage im Vatikan zu
unterstützen. Über die Projektgruppe Solar2World wurden in Afrika bereits
ein Aidswaisenhaus, ein Krankenhaus und mehrere Schulungszentren mit
Solarstromanlagen ausgestattet. Diese Aktivitäten werden im kommenden Jahr
weiter ausgebaut.
Zu den Rednern auf der Einweihungsfeier in der Accademia delle
Scienze im Vatikan zählten neben Frank Asbeck der Präsident des
Governatorats des Vatikan, Kardinal Giovanni Lajolo, der italienische
Physik-Nobelpreisträger Carlo Rubbia sowie Eurosolar-Präsident Hermann
Scheer, der dem Vatikan und der SolarWorld AG für das gelungene Projekt den
Europäischen Solarpreis verlieh.
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