PresseClub Forum: Interviews
Interview mit Professor Fthenakis
Interview mit Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Inneren
Interview mit Andreas Fischer (FDP)
Interview mit Professor Heinz Schöch

Die immer wiederkehrende Frage nach den Ursachen von U-Bahnschlägereien oder Amokläufen macht es laut Professor Fthenakis notwendig, über neue Ansätze in der Politik nachzudenken. Er kritisierte, dass Probleme, die gleichermaßen Kultus-, Bildungs- und Innenministerium betreffen, nicht gemeinsam angegangen würden. Für die tatsächlichen Ursachen wollte er keine einfachen Erklärungen gelten lassen. „Kein Ansatz kann die Komplexität dieses Ansatzes erklären“, sagte er. Für ihn steht fest, dass rein oberflächliche Maßnahmen und Gesetzesänderungen nicht helfen können.

Auf die Frage des Vorsitzenden der Münchner Presseclubs, Ruthart Tresselt, nach den tatsächlichen Ursachen für Gewalt unter Jungendlichen bezog sich Fthenakis auf Probleme in der Familie und der Erziehung. So müssten auch Lehrer und Eltern darauf achten, dass sie eingreifen, wenn Jugendliche gewalttätig erscheinen. Häufig würde stattdessen ein sowieso schon geringes Selbstwertgefühl von Schülern durch Lehrer häufig noch verkleinert und damit weitere Aggressionen provoziert.

Es müsse bei den Kindern das Bewusstsein für Medien gestärkt werden, betonte Innenminister Hermann. Sowohl Eltern als auch Lehrer müssten darauf achten, dass Kinder darüber aufgeklärt werden, wie sie Medien sinnvoll nutzen können und welche Wirkung diese haben können. Die unabhängigen Kontrollgremien würden dabei lange nicht ausreichen, kritisierte Hermann. „Das ist Augenwischerei“, sagte er über die Freigabe von Gewaltmedien nach Altersklassen. Für die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen spielt auch eine Rolle, welche Werte den Kindern vermittelt werden. Eltern sollten, auch beim Medienkonsum, klare Grenzen ziehen, und darauf achten, dass ihre Kinder Sport treiben und in sich in ihrer Freizeit anregend beschäftigen. Professor Fthenakis wies darauf hin, dass dies allerdings als erstes die Eltern einsehen müssten. „Wenn Eltern in ihrer Kompetenz gestärkt werden, dann sind die Kinder auch weniger gewalttätig“, sagte er.