Wird Obama jetzt die Welt verändern (english)
Am Montag, den 2.11.2009 trafen sich zur Diskussion über das Thema „Wird Obama jetzt die Welt verändern“ der neue Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Amerika Conrad R. Tribble und Prof. Eberhard Piltz.

Der eine ist Deutscher und hat lange in Washington gelebt. Der andere ist Amerikaner und wohnt seit August in München. Professor Eberhard Piltz, ehemaliger ZDF-Korrespondent in Washington, und Conrad Tribble, neuer amerikanischer Generalkonsul in München, analysierten im Gespräch mit Peter Schmalz, Vorstand des Münchner Presseclubs die deutsch-amerikanischen Beziehungen sowie die Arbeit des amerikanischen Präsidenten Barack Obama. In ihrem Gespräch konnten Trebble und Piltz ein wieder erstarktes Verhältnis zwischen den beiden Ländern ausmachen. Der amerikanische Generalkonsul räumte auch Versäumnisse der Vorgängerregierung ein. Professor Piltz machte klar, dass auch die USA sich in der Weltordnung neu orientieren müssen.

Wir haben uns im Nachgang zu dieser Diskussion mit dem Generalkonsul Conrad R. Trebble zu einer „Nachlese“ im Amerikanischen Konsulat getroffen und unsere eigenen Fragen zu diesem Thema formuliert.

Generalkonsul Tribble stimmte überein, dass sich die Frage nach neuen Institutionen stelle. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Obamas Politik des Dialogs eine Konsequenz der veränderten Weltordnung sei. „Die Realpolitik verlangt Kooperationen“, sagte er. „Die Probleme der heutigen Welt kann man nicht mehr mit militärischer Gewalt lösen.“ Auch in Afghanistan müsse ein Umdenken der USA hin zu mehr ziviler Hilfe einsetzen.

Eine amerikanische Außenpolitik ohne Partner ist für Conrad Tribble in der heutigen Zeit nicht möglich. Deutschland sei dabei auch während der Bush-Regierung immer einer der ersten Ansprechpartner in Europa gewesen. „Es gab immer, egal wann, den Gedanken, Deutschland als Partner zu haben“, sagte der Generalkonsul. Tribble machte klar, dass für die USA die einzelnen europäischen Länder in vielen Fragen immer noch eine wichtigere Rolle spielen als die Europäische Union. Auch deswegen, weil die europäische Integration noch nicht so weit fortgeschritten sei. Allerdings sei für Fragen der Klimapolitik ein starkes Europa notwendig. Die USA selbst hätten durch Barack Obama „ein neues Bewusstsein für Umweltschutz“ bekommen. Dennoch gab sich Tribble vorsichtig, klare Ziele zu formulieren. „Wir wollen keine Versprechen in Kopenhagen machen, die wir gesetzlich nicht durchsetzen können.“

Tribble ist sicher, dass der Erfolg von Barack Obama als amerikanischer Präsident vor allem davon abhängt, ob er seine innenpolitischen Versprechen erfüllen kann. Der neue US-Generalkonsul Conrad R. Tribble nahm am 7. August 2009 die Amtsgeschäfte als 50. US-Generalkonsul in München auf. Mr. Tribble hat langjährige Deutschlanderfahrung. Er lebte bereits 1979-80 als Austauschschüler ein Jahr in Niedersachsen, studierte an der Universität Bonn und arbeitete 1982 als Praktikant im Bundestag. Von 1992-94 war er Referent für Deutschland im amerikanischen Außenministerium. Die Jahre 1994-97 verbrachte er in Deutschland  – zunächst ein Jahr als Austauschdiplomat im Auswärtigen Amt im Arbeitsstab Mittel-und Osteuropa, danach als Leiter der Sektion Außenpolitik in der US-Botschaft in Bonn.

Von 2008 bis Mitte 2009 war Conrad Tribble im Irak als Leiter eines regionalen Wiederaufbauteams (PRT) in Ostbagdad tätig.

Neben seiner Muttersprache Englisch spricht er Deutsch, Französisch, Spanisch und haitianisches Kreolisch.