Nanga Parbat
PresseClub Forum vom 1.2.2010

Seit Joseph Vilsmaiers Film „Nanga Parbat“ in den Kinos angelaufen ist, wird über historische und aktuelle Bergexpeditionen wieder heiß diskutiert – auch beim PresseClubforum im Münchner Presseclub.
Mit ihrer gesammelten Erfahrung und ihrem Wissen hätten die Gäste auf dem Podium sofort zur nächsten Expedition aufbrechen können. Dort hatten Platz genommen: Jürgen Winkler, Bergsteiger, Bergfotograf und Teilnehmer der Nanga-Parbat-Expedition 1970; Max von Kienlin, Bergsteiger und Teilnehmer der Nanga-Parbat-Expedition 1970; Benedikt Böhm, Speedbergsteiger im Dynafit Gore-Tex Team; Michael Schott, Bergführer und Geschäftsführer des Trekkingtour-Veranstalters Hauser exkursionen; sowie Jochen Hemmleb, Alpinhistoriker, Geologe und Autor. Moderiert wurde das PresseClubforum von Dr. Rainer Stephan von der Süddeutschen Zeitung.
Bis zu seiner Erstbesteigung 1953 durch Herrmann Buhl kamen am „Nackten Berg“ 31 Menschen, darunter etliche Deutsche, ums Leben. Nachdem zwei deutsche Expeditionen zum Nanga Parbat 1934 und 1937 mit insgesamt 25 Toten in der Tragödie endeten, wurde der Berg von den Nationalsozialisten als „Schicksalsberg der Deutschen“ vereinnahmt.
Trotz des Veranstaltungstitels war der Nanga Parbat während des gesamten Abends eher Nebensache. Die Gäste auf dem Podium befassten sich lieber mit grundsätzlichen Fragen, um nicht zu sagen mit der Moral des Bergsteigens: Wer darf einen Berg besteigen? Wer macht die Regeln? Welche Hilfsmittel sind erlaubt? Ist künstlicher Sauerstoff ein Tabu?

Quelle: PresseClub-Forum: Florian Christner