Franz Anton Niedermayr Graphische Kunstanstalt GmbH & Co. KG
Gewinner in der Kategorie „Nachfolge“

Das 1801 gegründete Unternehmen ist seit sechs Generationen im Familienbesitz. Firmengründer Franz Anton Niedermayr war ein Pionier der Lithographie. Dieses neue Druckverfahren revolutionierte die Drucktechnik – es war schneller, wesentlich preisgünstiger und ließ höhere Auflagen zu als die bis dahin eingesetzten Techniken.

Seniorchef Fritz Helmberger führte den 1945 durch Artilleriebeschuss stark beschädigten Betrieb zu neuer Blüte. Niedermayrs Nachfahren machten sich, wie er 150 Jahre zuvor, die modernsten Druckverfahren zu Eigen. Das Unternehmen wuchs, investierte und expandierte. Wegen gesundheitlicher Probleme des Seniorchefs stieg 1989 Johannes Helmberger mit 23 Jahren in das Unternehmen ein.

Laufende Investitionen mussten zu Ende gebracht werden. Die digitale Revolution und die Industrialisierung der Drucktechnik brachen über das Unternehmen herein, eine strategische Neuausrichtung musste erfolgen. Die Chancen der neuen digitalen Medien als Mehrwert wurden erkannt, zusätzlich wurde die Druckproduktion standardisiert und automatisiert. Die neuen Angebote wurden exakt auf die Bedürfnisse wachstumsstarker Kunden angepasst. Nach Investitionen von 50 Mio. Euro wurde aus dem handwerklich geprägten regional tätigen Druckbetrieb von 1989 ein bundesweit agierender, industriell produzierender Mediendienstleister mit Schwerpunkt Rollenoffset.

Den Schwerpunkt der Produkte bilden Beilagen in Millionenhöhe und umfangreiche Katalogproduktionen. Die Kombination aus Dienstleistung und industrieller Produktion bringt den entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Der Umsatz der Druckerei wuchs seit 1989 von 7 Mio. Euro p.a. auf 60 Mio., der Bereich neue Medien liegt zusätzlich bei 3 Mio. Euro. Es entstand auf 24.000 qm eine neue Betriebsstätte mit 13.500 qm Produktionsfläche. Die maximale Tagesproduktion an Druckprodukten wuchs von 14 auf rund 280 Tonnen/Tag. Neue Mediendienstleistungen wie Photographie, Internet, Datenbankdesign und Werbeagentur wurden integriert. Die Anzahl der Mitarbeiter wuchs von 82 auf 135. In den letzten Jahren wurden über 70 Lehrlinge ausgebildet. Viele der 53 zusätzlich geschaffenen Arbeitsplätze wurden mit eigenen Auszubildenden besetzt. Der Anteil der qualifizierten Arbeitsplätze im Unternehmen stieg auf 80 %. Nach der letzten Großinvestition von 18 Mio. Euro in 2006 wurde der Umsatz innerhalb drei Jahren mehr als verdoppelt, die Früchte dieser Maßnahmen erlebte der Seniorchef Fritz Helmberger noch mit. Es war ein weiter Weg für Ihn vom Steindruck ins Medienzeitalter, er war glücklich und stolz sein Lebenswerk erfolgreich an die nächste Generation übergeben zu haben, bevor er im September 2008 verstarb.

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