Technologieregion Bayerischer Wald
Gewinner in der Kategorie „Sonderpreis“

Übergeordnetes Ziel der Technologieregion Bayerischer Wald ist es, das Image einer ganzen Region zu verändern und den Bayerischen Wald mittelfristig als weltweit bekannte Technologieregion zu etablieren.

Die Regionalisierung der Hochschule Deggendorf über die Technologiezentren darf nicht isoliert gesehen werden, sondern sie steht als Ganzes im Kontext des übergeordneten Zieles: Die Region Bayerischer Wald mit den Landkreisen Cham, Regen und Freyung-Grafenau ist bisher nur als Tourismusregion bekannt, obwohl es bereits eine Vielzahl Firmen und industrieller Netzwerke gibt, die in ihren Nischen technologischer Weltmarktführer sind. Dies führt dazu, dass diese Firmen trotz ihrer technologischen Kompetenz mit vielfältigen Problemen zu kämpfen haben:
• Aufgrund des fehlenden Images als Technologiestandort haben sie Probleme, qualifiziertes Personal für sich zu gewinnen.
• Bei Außendarstellung, Marketing und Kundengewinnung ist die fehlende Einschätzung als Technologiestandort ebenfalls von Nachteil.

Weitere Probleme zeigen sich bei der Ansiedlung nationaler und internationaler Firmen, da die Potentiale in der Region von diesen nicht erkannt werden. Durch den Aufbau der Technologiezentren soll hier mittelfristig ein neues Image der Region etabliert werden. Konkretes Ziel der Initiative ist es deshalb, dass in fünf Jahren die Region Bayerischer Wald bundesweit als hochwertige Technologieregion bekannt ist, in der es sich lohnt, zu investieren und zu leben.

An der Finanzierung der bisher genehmigten Zentren beteiligt sich das Wissenschaftsministerium mit ca. 20 Mio. € (Personal und Ausstattung), die Industrie mit ca. 3 Mio. € (Personal) und die Partnerkommunen mit 27 Mio. € (Gebäude und Gewerbecampus). Damit entstanden bis heute 30 Arbeitsplätze im Hochschulbereich und 45 an den in den Zentren angesiedelten Firmen. Bis zum Ende der Anschubfinanzierung im Jahr 2013 werden diese Zahlen auf 70 (Hochschule) bzw. 350 (Gewerbecampus) ansteigen.

Durch die Magnetwirkung für innovative Technologien und Firmen besteht auch die einmalige Möglichkeit, die Überalterungs- und Abwanderungstendenzen in der Region umzukehren und eine prosperierende Region in Bayern zu entwickeln. Dieses mittelfristige Ziel ist mit den aufgezeigten Aktivitäten durchaus realistisch – die langfristige Vision geht aber noch deutlich weiter: Durch die Bündelung und Verstärkung der Aktivitäten und den Aufbau eines ganzen Netzwerkes von technologisch aufeinander abgestimmten Zentren ist es mit diesem Konzept möglich, mit überschaubarem finanziellem Einsatz eine signifikante und nachhaltige Technologie- und Strukturförderung zu gestalten und ein europaweit beachtetes Modellprojekt „Wissenschafts- und Technologieregion“ zu realisieren.

Wenn es gelingt, diese begonnene Entwicklung konsequent auszubauen und die vorhandenen Potentiale vollständig zu nutzen, dann besteht durchaus die Chance, dass die Region in 10-15 Jahren als europaweite Modellregion für Technologie weltweit bekannt ist und in einem Atemzug mit international innovativsten und wachstumsstärksten Regionen genannt wird.

Mit den Technologietransferzentren wird ein in Bayern bisher einmaliges Konzept umgesetzt: Eine Hochschule öffnet sich konsequent der Industrie und arbeitet in engster Kooperation mit Partnerkommunen und der regionalen Wirtschaft an der Entwicklung eines neuen Technologieimages für eine ganze Region. Die Hochschule setzt ihre Kompetenz und ihre hochwertige Geräteausstattung konsequent zur Stärkung der regionalen Firmen ein. Die Zentren in Teisnach und Freyung sind seit 2009 in Betrieb und zeigen durch ihre Erfolge bereits jetzt schon das Potential des Konzepts. Das Zentrum in Cham wird derzeit gebaut und soll Mitte 2010 eröffnet werden. Die Finanzierung des Zentrums in Spiegelau wurde Anfang 2010 genehmigt, die Detailkonzepte werden derzeit erarbeitet und die Eröffnung ist für Herbst 2010 geplant.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass das Konzept als Modell geeignet ist zu zeigen wie man mit dem Einsatz vergleichsweise beschränkter Mittel eine bisher benachteiligte Region zu einer europaweit bekannten Vorzeigeregion für Technologie entwickeln kann. Es ist eine gelungene Kombination von Wissenschaftspolitik, Strukturförderung und Wirtschaftspolitik. Durch die Magnetwirkung für innovative Technologien und Firmen besteht auch die einmalige Möglichkeit, die Überalterungs- und Abwanderungstendenzen in der Region umzukehren und eine prosperierende Region in Bayern zu entwickeln.

Kontakt:
Prof. Dr. Sperber Peter
Vizepräsident
Hochschule für Angewandte Wissenschaften – FH Deggendorf
Edlmairstr. 6+8
94469 Deggendorf