-->10 Jahre Forschung auf der ISS, Pressekonferenz
Interview mit Hans Schlegel
Interview mit Dr. Rolf Densing
Interview mit Prof Dr. Dr. h.c. Gregor Morfill
Interview mit Priv.-Doz. Dr. med. habil Dr. Alexander Chouker
Interview mit Dr. Günther Reitz

25.3.2011

DLR
10 Jahre Forschung unter Weltraumbedingungen auf der Internationalen Raumstation ISS

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR lud zum Pressegespräch:
"10 Jahre Forschung unter Weltraumbedingungen auf der Internationalen Raumstation ISS" mit dem Astronaut Hans Schlegel in das WCCB World Conference Center Bonn – dem ehemaligen Deutscher Bundestag in Bonn

In seinem Programm "Forschung unter Weltraumbedingungen" unterstützt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Biologen, Mediziner, Physiker und Materialwissenschaftler aus deutschen Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen, damit diese Experimente in der Schwerelosigkeit durchführen können. Dieses Programm ist verankert im Nationalen Raumfahrtprogramm der Deutschen Bundesregierung; es wird im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMW) vom DLR Raumfahrtsmanagement umgesetzt.

Zehn Jahre ISS-Nutzung: Wissenschaftler ziehen positive Zwischenbilanz:
Größtes Forschungsprojekt aller Zeiten - Deutsche Spitzenforschung auf der Raumstation ISS
Führende Weltraum-Wissenschaftler trafen heute zu einer Fachkonferenz in Bonn zusammen. Anlass war das zehnjährige Jubiläum des weltweit ersten physikalischen und des ersten strahlenbiologischen Experimentes auf der Internationalen Raumstation ISS. Beide Untersuchungen wurden mit maßgeblicher deutscher Beteiligung realisiert. Zu der Veranstaltung im ehemaligen Bundestagsgebäude hatte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eingeladen. Wissenschaftler deutscher Universitäten und anderer Forschungseinrichtungen stellten Ergebnisse abgeschlossener und aktueller ISS-Experimente vor. Darüber hinaus gaben sie einen Ausblick auf zukünftige Projekte auf der Raumstatation."Die von Deutschland maßgeblich mitgestaltete Forschung auf der Internationalen Raumstation hat in den vergangenen zehn Jahren bedeutende wissenschaftliche Ergebnisse erzielt, die auch dazu beitragen können, das Leben der Menschen auf der Erde zu verbessern. Forschung unter Weltraumbedingungen ist eine wichtige Investition in die Zukunft unserer Wissensgesellschaft", sagte Dr. Rolf Densing, Programmdirektor des DLR Raumfahrtmanagements, bei der Veranstaltung.

"Wir freuen uns, dass der Rat der Europäischen Weltraumorganisation ESA in der vergangenen Woche seine Absicht erklärt hat, die ISS bis 2020 weiter zu betreiben", so Dr. Densing Insgesamt 56 wissenschaftliche und technologische Experimente aus Deutschland wurden oder werden bislang auf der ISS durchgeführt, davon sind 38 abgeschlossen. Durch die Forschung im Weltraum konnten Fortschritte zum Beispiel in folgenden Bereichen erzielt werden:
• neue Ansätze zur Therapie von Volkskrankheiten (im Hinblick auf Bluthochdruck, Bewegungskrankheiten, Gleichgewichtsstörungen),
• neuartige nicht-invasive medizinische Geräte (Körperkerntemperatur-Sensor, Messung des Augeninnendrucks)
• Plasmakristallforschung: Erforschung eines neuen Materie-Zustandes, unter anderem nutzbar als anschauliches dreidimensionales Modell für Übergänge zwischen fest, flüssig und gasförmig; diverse Spin-Offs mit medizinischem Anwendungspotenzial, zum Beispiel im Bereich der Wund-Desinfektion.

Unter den zahlreichen Wissenschaftlern, die der Einladung des DLR gefolgt waren, befanden sich zwei Pioniere der ISS-Forschung: Prof. Gregor Morfill vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching, dessen deutsch-russisches Plasmakristall-Experiment (PKE) als erste wissenschaftliche Untersuchung auf der Raumstation überhaupt im März 2001 startete. Wenig später begann Dr. Günther Reitz vom Kölner DLR Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin in Kooperation mit NASA seine strahlenbiologischen Untersuchungen (DOSMAP).

Ebenfalls in Bonn anwesend: Hans Schlegel, Mitglied des europäischen Astronautencorps mit der Erfahrung zweier Space Shuttle-Flüge, der Deutschen Spacelab-Mission D-2 (1993) und der europäischen COLUMBUS-Mission (2008). Hier war er maßgeblich an der Installation dieses Weltraumlabors an der Raumstation sowie der Inbetriebnahme der Experimentanlagen beteiligt; dabei absolvierte er als zweiter deutscher ESA-Astronaut einen Außeneinsatz im All.