Die Vorfahrt des Verkehrsraums wird für einen Tag in Frage gestellt: Eine Wanderbaustelle in rot-weißem Dress-Code hilft Alten über die Straße, besetzt Verkehrsinseln und klaut der Straße Raum für temporäre Öffentlichkeiten.
Konzept und Durchführung: KARO*architekten
Wie stadtgerecht ist verkehrsgerecht?
Die Verkehrsräume in unseren Städten sind in der Regel noch immer von der Vorstellung geprägt, die individuellen Verkehrsansprüche räumlich und funktional zu trennen, um die Geschwindigkeit für jeden Verkehrsteilnehmer zu optimieren. Straßenräume stellen sich dadurch oft auf Kosten der Aufenthaltsqualität als reine Verkehrsbänder und Plätze nur allzu oft als reine Verkehrsverteiler dar.
Dabei sollte die Herausforderung, innerörtliche Straßenräume zu entwerfen und identitätsprägende Plätze zu gestalten, als eine ganzheitliche städtebauliche Aufgabe verstanden werden, die ein integriertes Vorgehen erfordert. Dass dabei nicht nur der Autoverkehr einer baukulturellen Entwicklung oft im Weg steht, sondern beispielsweise auch Straßenbahntrassen, veranschaulichen Planungen, die nicht nur in Leipzig Standardisierungen und Förderrichtlinien gehorchen müssen.
Die Bundesstiftung Baukultur nimmt dies zum Anlass, unterschiedliche Positionen in einem öffentlichen Gespräch zusammenzubringen, um über Perspektiven für mehr Verkehrsbaukultur zu diskutieren:
— Wie können Stadträume aussehen, die unterschiedliche Verkehrsfunktionen
und Nutzerbedürfnisse sowohl funktional als auch gestalterisch gut
integrieren?
— Welche Handlungsmöglichkeiten haben Städte und andere Akteure,
Verkehrsräume als öffentliche Räume zu gestalten?
— Wie können die Rahmenbedingungen für eine integrierte Entwicklung von
Straßen als lebenswerte Orte unserer Städte verbessert werden?
Quelle: bauKULTUR BUNDESSTIFTUNG
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