28.6.2011

Sachsens größte Elektroauto-Flotte fährt in Leipzig

Seit heute fährt in Leipzig die größte öffentliche Fahrzeugflotte von Elektroautos in Sachsen: 10 Elektroautomobile sind jetzt für die Stadt Leipzig unterwegs, 4 weitere für die Leipziger Verkehrsbetriebe. Bei der symbolischen Schlüsselübergabe sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Raimund Otto: "Wir setzen unsere Kompetenz auf der Gebiet umweltschonender Energietechnologien gezielt ein, um die Lebensqualität in unserer Stadt zu erhöhen. Wir geben damit einen weiteren Impuls für diese neue Technologie. Zusammen mit den beiden stromgetriebenen Fahrzeugen der Stadtwerke ist damit die größte öffentliche Elektroauto-Flotte im Freistaat Sachsen unterwegs."

Die Stadtwerke haben die Elektroautos beschafft, um die Nutzung der von ihnen betriebenen Ladesäulen sowie die Prozesse zu untersuchen, die für die Bereitstellung von Strom für Elektro-automobile notwendig sind.

Das Projekt wird im Rahmen der Modellregion Sachsen vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) mit rund 260.000 Euro gefördert. Für bundesweit acht Modellregionen stellt das BMVBS rund 130 Millionen Euro zur Verfügung. Koordiniert wird das Programm von der NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellen-technologie.

"In den Modellregionen unterziehen wir die Elektromobilität einem großen Praxistest. Dadurch gewinnen wir wichtige Erkenntnisse für die Fortentwicklung dieser Zukunftstechnologie. Mit Projekten wie diesen wollen wir Innovationen auf die Straße bringen und Akzeptanz für neue Mobilitätsformen schaffen. Die Bundesregierung hat das Ziel, Deutschland zum Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität zu machen. In Leipzig sind wir dem heute wieder ein Stück näher gekommen", sagte Jan Mücke, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, anlässlich der Schlüsselübergabe.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung würdigte die Initiative der Stadtwerke und ihrer Partner mit den Worten: "Ich freue mich ganz besonders darüber, dass Leipzig eine Vorreiterfunktion in Sachen umweltfreundlicher Mobilität übernimmt und damit auch dazu beiträgt, die Entwicklung einer Zukunftstechnologie voranzutreiben. Aus städtischer Sicht fügt sich dieses Engagement ein in die vielfältigen Aktivitäten für eine gesündere Umwelt, Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Ich danke allen Partnern, die es möglich machten, dass wir eine der Modellregionen Elektromobilität wurden."

Ulf Middelberg, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), unterstrich das Engagement der LVB für zukunftssichere und umweltfreundliche Technologien: "Für uns als Mitinitiator der Förderprojekte zur Elektromobilität ist der Einsatz der Elektrofahrzeuge ein wichtiges und deutliches Signal." Die LVB seien selbstverständlich bei der Anschaffung der ersten Elektrofahrzeuge dabei: "Elektromobilität ist für uns die Chance, die Partner im Umweltverbund noch stärker miteinander zu verbinden. Eine Elektromobilität ganz im Sinne unseres wichtigsten Verkehrsmittels, der Straßenbahn, die schon seit über 110 Jahren elektrisch in Leipzig unterwegs ist."

Elektromobilität gehört zur Unternehmensstrategie
Die Stadtwerke Leipzig engagieren sich für innovative Mobilitätslösungen, die sowohl die Abhängigkeit vom Öl verringern als auch die Umwelt schonen. Damit beteiligt sich das städtische Versorgungsunternehmen an der Umsetzung des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität der Bundesregierung. Bestandteil dieses Plans sind acht Modellregionen in Deutschland, von denen Sachsen eine ist.

Fördermittel treiben das Projekt voran
Das Vorhaben der Stadtwerke Leipzig hat ein Investitionsvolumen von 517 000 Euro, wovon das Bundesverkehrsministerium die Hälfe fördert. Im Freistaat wurde das Projekt "Flottenbetrieb mit Elektrofahrzeugen und Flottenmanagement unter dem Aspekt der Elektromobilität in der Modellregion Sachsen" entwickelt. Es sieht die Beschaffung von Elektrofahrzeugen vor sowie die Errichtung von Ladepunkten in Leipzig und Dresden. Am Projekt beteiligt sind neben der Stadtwerke Leipzig GmbH noch die DREWAG Stadtwerke Dresden GmbH, die ENSO Netz GmbH sowie als Forschungseinrichtungen die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden sowie die Hochschule für Telekommunikation Leipzig der Deutsche Telekom AG. Koordiniert wird das Projekt von der KEMA IEV-Ingenieurunternehmen für Energieversorgung GmbH, Dresden.

Ausbau der Ladeinfrastruktur
Seit Dezember 2010 wird das Netz von Ladepunkten in Leipzig ausgebaut. Zuerst wurde in der Tiefgarage des Marriott Hotels die erste Stromzapfsäule für Elektroautos in Betrieb genommen. Seit April dieses Jahres kann auch an mehreren Ladepunkten auf dem Parkplatz der Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) der Stadtwerke in der Eutritzscher Straße Strom für Elektroautos entnommen werden – vorläufig sogar kostenlos! Im Mai kam ein Ladepunkt auf dem Gelände der S&P Sahlmann Planungsgesellschaft in Leipzig hinzu. Weitere werden bei den Stadtwerken demnächst folgen auf dem Gelände des Bildungs- und Entwicklungszentrums in der Bornaischen Straße sowie in der Arno Nitzsche-Straße. "Ladepunkte werden errichtet, wo sie gebraucht werden", erklärte Raimund Otto. "Denkbar ist die Installation neuer Säulen auf Betriebsgeländen ebenso wie auf öffentlichen Flächen oder Parkplätzen vor Einkaufszentren. Mit dem zügigen, am Bedarf orientierten Ausbau der Infrastruktur wollen wir auch in Zukunft unserer Verantwortung für den Einsatz umweltschonender Technologien gerecht werden."



Quelle: Stadtwerke Leipzig






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