13.7.2011

Gondwanaland
Die neue Attraktion im Leipziger Zoo

Der Haupteingang der Halle mit einem Foyer liegt an der Pfaffendorfer Straße direkt neben dem Wirtschaftseingang des Zoos. Vom Gelände des Zoos selbst erreicht der Besucher die Halle über ein Eingangsgebäude an der Südwestecke der historischen Raubtierterrassen aus dem Jahre 1929 (ein Teil dieser Anlage musste zu diesem Zweck abgebrochen werden). Über eine Brücke über der Parthe bewegen sich die Besucher durch eine Schlucht, deren Ostseite einen vertikalen Garten bildet und tauchen immer tiefer in die Vegetation ein, um schließlich den Zugangstunnel zu erreichen. Dieser hat nicht nur zuführenden Charakter – er enthält auch einen Pfad der Evolution, wo dem Besucher in einer Nacht- und einer Tagtierabteilung Lebewesen präsentiert werden, die als "lebende Fossilien" gelten. Dazu zählen unter anderem Lungenfischarten dreier Kontinente (Afrika, Südamerika, Australien), Kowaris, eine gefährdete australische Raubbeutlerart, Tüpfelbeutelmarder oder Quolls aus Tasmanien, die einzigen ihrer Art außerhalb des Staates Australien, Virginia-Opossums, Pfeilschwanzkrebse, Knochenhechte, Perlsteißhühner sowie Zwergplumploris aus Südostasien. Auch das durch die Medien bekannt gewordene Nordopossum-Weibchen Heidi ist hier beheimatet.

Auf dem Urfluss "Gamanil"
Den Ausgangspunkt für den Rundgang in der Tropenhalle bildet ein "Pfahlbaudorf" im Urwald. Der Besucher hat die Möglichkeiten, die Halle zu Fuß oder im Boot zu erkunden. Der als Urfluss gestaltete 390 Meter lange Bootskanal erhielt zu seiner Flutung am 5. Mai 2011 den Namen "Gamanil", gebildet aus den Namen der größten Flüsse Asiens, Südamerikas und Afrikas, Ganges, Amazonas und Nil.[7] Es gibt verschiedenste Wege: Erdpfade, steinige Wege durch Felsen, Sandwege oder auch Pfade durch dichte Vegetation. Ein Bestandteil des Rundweges ist ein über 90 Meter langer "Baumwipfelpfad" in 12 Metern Höhe, der sich zwischen Urwaldriesen und einer Felswand wie ein Spinnennetz durch den Dschungel spannt. In jedem Kontinentbereich ist es zudem durch tieferliegende Gräben und Tunnel möglich, Tiere auf Höhe der Wasseroberfläche, am Boden sowie durch Aquarien auch unter Wasser zu beobachten. Im Gondwanaland gibt es außerdem einen zehn Meter hohen Wasserfall.
Die 11 Minuten dauernde Bootstour führt vom Pfahlbaudorf durch einen dunklen Höhlenbereich, in dem multimedial die Entstehung des Urkontinents Gondwana inszeniert wird. Die Boote verlassen die Höhle durch eine Grotte, tauchen ein in den tropischen Regenwald und durchfahren die drei Kontinentenbereiche der Halle. Von der Wasserfläche aus haben die Besucher freien Blick auf Flora und Fauna des Regenwaldes.
Neben einem Souvenirladen besitzt die Halle auch ein Restaurant und einen Veranstaltungsbereich für Feiern und Tagungen.

Der Tierbestand der einzelnen Kontinentbereiche der Halle:
Asien:
Der Besucher sieht unter anderem Riesenhaiwelse, Riesenguramis, Diamantbarben, den zur Zeit einzigen Komodowaran Deutschlands[8] (größte Waran-Art der Welt), Tempelschildkröten, Borneo-Flussschildkröten, Strahlen-Dreikielschildkröten, Braune Landschildkröten, Sunda-Gaviale, Schabrackentapire, Runzelhornvögel, Fischkatzen sowie Zwergotter aus Indien.

Afrika:
Hier erhielten die bisher im Tieraffenhaus untergebrachten Eulenkopfmeerkatzen und Dianameerkatzen eine neue Bleibe. Außerdem gibt es Zwergflusspferde, Kirk-Dikdiks und Servale zu sehen.

Südamerika:
Dieser Bereich ist eine Heimat unter anderem für Schwarze Pacus, Terekay-Schienenschildkröten, Arapaimas, Riesenotter, Silberäffchen, Grüne Leguane, Gewöhnliche Totenkopfaffen, Ozelots, Südliche Tamanduas, Zweifinger-Faultiere, Acouchis, Blattschneiderameisen und Weißkopfsakis.

Damit die Tropenhalle neben einem abwechslungsreichen Bestand an Klein- und Großtieren auch in botanischer Hinsicht große Vielfalt bietet, wurden im Jahr 2009 insgesamt 131 Großbäume (Höhe 6 bis 12 Meter)[1] aus Spezialgärtnereien in Florida und Südostasien importiert und mit Spezialcontainern auf dem Seeweg nach Rotterdam gebracht. In Spezialgärtnereien wurden die Pflanzen an die geringere Sonneneinstrahlung in Mitteleuropa gewöhnt und im Spätherbst 2010 in die Halle verpflanzt. 415 Bäume bzw. Pflanzen sind mittelgroße Gewächse (3 bis 5 Meter), der Großteil der tropischen Vegetation besteht jedoch aus kleinen Gewächsen, insgesamt finden sich 16.000 Exemplare in 500 Arten in der Halle.

Quelle: Wikipedia






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